Schloss Mannheim

Mannheim, Germania
Foto © blocher partners
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Architetti
blocher partners
Indirizzo
Bismarckstraße, 68161 Mannheim, Germania
Anno
2007
Cliente
Land Baden-Württemberg vertreten durch Vermögen und Bau Baden-Württemberg
Aufgabe
Umbau und Modernisierung
Größe
17.300 qm

blocher partners gibt mit der Revitalisierung des Mannheimer Schlosses ein Beispiel für den zeitgemäßen Umgang mit historischer Substanz. 2001 hat das Büro mit der Renovierung des Schlosses inklusive der Universitätsbereiche begonnen. In mehreren Bauabschnitten wurde seitdem der Barockbau behutsam wieder zu altem Glanz verholfen – mit neuen Akzenten.

Die Neu-Konzeption und Erweiterung des Museums sowie die Zusammenführung der Fachbereichsbibliotheken der Universität Mannheim stellten hohe Anforderungen. Zum einen ging es um schonenden Umgang mit der barocken Baukunst, um die Authentizität zu wahren. Andererseits waren zeitgemäße und wirtschaftliche Strukturen für die künftigen Nutzungen zu schaffen. Darüber hinaus sollte die Stellung des Schlosses als historischer Mittelpunkt der Stadt gestärkt werden. Ausgehend von einem aufgeklärten Verständnis von Tradition haben die Architekten ein Konzept für das Corps des Logis entwickelt, das Historie, Gegenwart und Zukunft miteinander verzahnt.

Das wiederhergestellte Mansarddach gibt dem Mittelbau seine barocken Proportionen wieder. So konnten die bislang über die Universität verstreuten Bibliotheksräume zentral zusammengeführt werden. Gleichzeitig wurden durch deren Umzug Räume im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss frei, sodass aus dem bestehenden Museumstorso eine zusammenhängende Ausstellung wachsen konnte, die sich thematisch in ein Raumkunst- sowie ein Objektmuseum gliedert.

Die Bibliothek sowie ergänzende Räumlichkeiten (u.a. für Seminare und Verwaltung) erstrecken sich im Mittelbau bis in die beiden Seitentürme hinein. Um die Raumhöhe von rund zehn Metern unter den Mansarddächern beiderseits des Mittelturms maximal nutzen zu können, haben die Architekten über dem zweiten Obergeschoss zwei weitere Ebenen – davon eine als Galerie – eingefügt. Dafür wurden 17 Meter lange Unterzüge eingezogen, die die Lasten der Bibliothek über die Außenmauer ableiten.

Den Mittelturm haben die Architekten nahezu entkernen lassen: Die nach dem Zweiten Weltkrieg provisorisch eingebauten Decken sind für die geplante Nutzung nicht geeignet gewesen. Die beiden neuen Geschossdecken des Mittelturms werden in deutlicher Distanz zum Gemäuer als freie Ebenen von der ebenfalls neu integrierten Dachkonstruktion abgehängt. So wird bewusst Abstand zwischen Historie und Neuzeit gehalten und die zeitgemäße Interpretation der Räume betont.

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